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Geschichte der deutschen Rechtschreibung

Bemühungen um eine einheitliche deutsche Rechtschreibung, wie sie auch in der vor Kurzem abgeschlossenen Rechtschreibreform zum Ausdruck kommen, sind nicht neu. Die Autoren, die im frühen Mittelalter als Erste die lateinische Schrift für die althochdeutschen Dialekte verwendeten, mussten eigene Schreibgewohnheiten entwickeln, da das Lateinische keine Umlaute kennt und kurze Vokale nicht von langen unterscheidet.

mittelalterlicher Kreuzgang

Im Laufe der Jahrhunderte musste sich die Rechtschreibung mit den lautlichen Veränderungen der Sprache auseinandersetzen, die sich in der Schreibung nur zum Teil einheitlich widerspiegeln. So wurde einst i-e gesprochen, wo heute noch immer ie geschrieben wird (mhd. liebe, gesprochen li-ebe).

Bis ins 19. Jahrhundert wich die Rechtschreibung der verschiedenen deutschen Regionen stark voneinander ab (z. B. Attaque neben Attacke). Seit der Reichsgründung 1871 wurde dies als starkes Hindernis empfunden. Abhilfe schuf Konrad Duden mit seinem 1880 erstmals erschienenen Wörterbuch.

Seit den 1980er-Jahren gibt es Überlegungen zu einer Neuregelung der Rechtschreibung. Mit dem Ziel der Vereinfachung und Vereinheitlichung der Schreibweisen wurde 1996 mit der Rechtschreibreform begonnen. Diese gilt seit 2006 als abgeschlossen.