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Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten

Die Grundregeln

Wissenschaftliches Zitieren ist nicht schwer, auch wenn die Plagiatsskandale der letzten Jahre etwas anderes vermuten lassen. Es gibt ein paar einfache Grundregeln, an die Studierende sich halten sollten. Wenn diese beachtet werden, kann beim Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten nichts schiefgehen. Die wichtigsten Regeln lauten:

  1. Jede Aussage, die nicht trivial, Allgemeinwissen oder eine eigene Schlussfolgerung ist, muss belegt werden.
  2. Jede Aussage, die auf eine fremde Quelle zurückgeht, muss dieser eindeutig zuzuordnen und bis auf die genaue Seite zurückverfolgbar sein.

Um dies garantieren zu können, ist eine gute Vorbereitung wichtig. Man sollte bereits beim Exzerpieren der Literatur auf eine gute Organisation der Mitschriften achten. Die erforderlichen Angaben zum Werk sowie die Seite, von der der jeweilige Inhalt stammt, müssen notiert werden.

Wörtliche und sinngemäße Zitate

Bei der Wiedergabe fremder Inhalte ist zwischen wörtlichen Zitaten und sinngemäßen Zitaten (Paraphrasen) zu unterscheiden. Wörtliche Zitate gehören in Anführungszeichen und geben geben Wortgruppen oder Sätze aus einem fremden Werk wieder. Eventuell im Original vorhandene Tippfehler müssen dabei übernommen werden, können aber mit (sic) gekennzeichnet werden. Indirekte Zitate fassen die Aussagen eines anderen Autors mit eigenen Worten zusammen.

Beide Arten müssen mit einer Quellenangabe versehen werden, die alle erforderlichen Angaben enthält. Dazu gehören der Autor bzw. die Autoren, der Titel, das Erscheinungsjahr und die Seite, auf der der zitierte Text zu finden ist. Diese werden gewöhnlich in einer Fußnote angegeben, und zwar bei der ersten Nennung vollständig¹ und im weiteren Verlauf in Kurzform² oder, falls passend, mit „ebenda“, häufig „ebd.“ abgekürzt. Beim Paraphrasieren, also dem indirekten Zitieren, wird die Fußnote mit „vgl.“ für „vergleiche“ eingeleitet.³ Bei direkten Zitaten sieht das Ganze so aus: „Hier steht ein Zitat.“⁴ Längere Zitate (ab drei Zeilen) können in einem Extraabsatz dargestellt werden:

„Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipisici elit, sed eiusmod tempor incidunt ut labore et dolore magna aliqua. Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquid ex ea commodi consequat.“⁵

Allzu lange Zitate sind jedoch nicht zu empfehlen. Falls Sie umfangreiche Inhalte aus einem Werk wiedergeben möchten, z. B. um die Argumentation eines Autors zu einem bestimmten Thema nachzuvollziehen, ist es besser, den Inhalt mit eigenen Worten zusammenzufassen und nur die wichtigsten Stellen zu zitieren.

In vielen Fächern ist es üblich, die verwendete Literatur nicht in Fußnoten, sondern direkt im Text anzugeben (vgl. Meyer, Schulze & Lehmann 2009: 298). Es handelt sich um die sogenannte Harvard-Zitierweise. Die Details, wie die Literaturangaben gestaltet werden sollen, unterscheiden sich je nach Fachbereich und Hochschule. Am besten erkundigen Sie sich nach den genauen Regeln bei dem Dozenten, der Ihre Arbeit betreut.

Sekundärzitate

Sekundärzitate, d.h. die Wiedergabe von Inhalten, die Sie bei einem anderen Autor bereits als Zitat vorgefunden haben, sind möglichst zu vermeiden. Immerhin kann es sein, dass dem Autor beim Zitieren Fehler unterlaufen sind, die Sie mit übernehmen würden. Dies kommt häufiger vor, als man denkt. Es ist besser, das Originalwerk zu suchen und aus diesem zu zitieren. Nur falls dieses nicht zugänglich ist, sind Sekundärzitate in Ordnung. Die Sekundärquelle wird dabei mit „zitiert nach“ (oder abgekürzt „zit. n.“) angegeben.
 
¹ Musterfrau, Sabine: Beispieltitel. Untertitel. Frankfurt am Main 2002, S. 21.
² Vgl. Musterfrau (2002), S. 25.
³ Vgl. ebd., S. 22.
⁴ Mustermann, Hans: Einführung ins wissenschaftliche Zitieren. Berlin 1998, S. 103.
⁵ Schröder, Angelika: Zitieren leicht gemacht. Musterstadt 2011, S. 47.